Bischof in Italien schafft Tauf- und Firmpaten ab

Symbolbild: Taufe
Symboldbild: Taufe (Foto: P. Lawrence Lew OP | Flickr)

Die Auswahl von Paten berücksichtige häufig nicht die spezifische Rolle, die sie eigentlich erfüllen sollten, argumentierte Bischof Michele Fusco.

Sulmona (kathecho.de) – Der italienische Bischof Michele Fusco hat in seinem Bistum versuchsweise auf drei Jahre Tauf- und Firmpaten abgeschafft. In einem am Montag unterzeichneten Erlass, der am 1. August in Kraft treten soll, erläuterte der Bischof von Sulmona-Valva in den Abruzzen, das pastorale Handeln der Kirche müsse „den sich wandelnden soziokulturellen Kontexten“ in der Welt begegnen und „den kontinuierlichen Wandel berücksichtigen, den diese Kontexte bewirken“. Vor diesem Hintergrund stelle er fest, dass die Ämter des Tauf- oder Firmpaten häufig nur formal erfüllt würden, wobei „die Dimension des Glaubens nur sehr wenig sichtbar“ bleibe. Fusco beklagte: „Die Auswahl erfolgt in der Regel nach verschiedenen Kriterien und Zielen (verwandtschaftliche Beziehungen, Freundschaft, Interesse usw.), ohne die spezifische Rolle zu berücksichtigen, die der Pate und die Patin zu erfüllen haben.“

Das Kirchenrecht, so der Bischof, sehe Paten zwar vor, doch seien sie nicht obligatorisch. Tatsächlich heißt es dort über die Taufpaten: „Einem Täufling ist, soweit dies geschehen kann, ein Pate zu geben; dessen Aufgabe ist es, dem erwachsenen Täufling bei der christlichen Initiation beizustehen bzw. das zu taufende Kind zusammen mit den Eltern zur Taufe zu bringen und auch mitzuhelfen, daß der Getaufte ein der Taufe entsprechendes christliches Leben führt und die damit verbundenen Pflichten getreu erfüllt.“ Entsprechend müsse ein Taufpate „katholisch und gefirmt sein sowie das heiligste Sakrament der Eucharistie bereits empfangen haben; auch muß er ein Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht“. Analog gelten diese Vorgaben auch für die Firmung.

Der Katechismus der Katholischen Kirche betont die geistliche Bedeutung der Taufpaten sowie letztlich der gesamten kirchlichen Gemeinschaft (KKK 1255): „Damit sich die Taufgnade entfalten kann, ist die Hilfe der Eltern wichtig. Auch der Pate und die Patin sollen mitwirken. Sie müssen gute Christen sein, die fähig und bereit sind, dem neugetauften Kind oder Erwachsenen auf seinem Weg im christlichen Leben beizustehen. Ihre Aufgabe ist ein wahrhaft kirchliches Amt. Die ganze kirchliche Gemeinschaft ist für die Entfaltung und Bewahrung der Taufgnade mitverantwortlich.“ Über die Firmung heißt es dort (KKK 1311): „Es ist ratsam, daß die Firmlinge wie bei der Taufe die geistige Hilfe eines Paten oder einer Patin in Anspruch nehmen. Um die Einheit der beiden Sakramente zu verdeutlichen, empfiehlt es sich, daß der Taufpate auch Firmpate ist.“


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