Texanischer Bischof: Christus „in der Schönheit“ der alten Messe begegnen

Bischof Joseph Strickland
Bischof Joseph Strickland (Foto: Bistum Tyler)

Bischof Joseph Strickland feierte zum Fest Fronleichnam erstmals in seinem Leben eine Messe in der außerordentlichen Form – und war überwältigt.

Tyler (kathecho.de) – Der texanische Bischof Joseph Strickland hat in einem Interview mit der zum EWTN-Konzern gehörenden Wochenzeitung „National Catholic Register“ alle Gläubigen ermuntert, „Jesus in der Schönheit der außerordentlichen Form der Messe mit Staunen zu begegnen“. Nachdem er zum Fest Fronleichnam im Juni erstmals eine Heilige Messe im überlieferten Ritus gefeiert hatte, erklärte der Bischof von Tyler im Osten von Texas: „Ich wollte etwas tun, um Jesus Christus zu ehren. Ich dachte immer wieder daran, zu versuchen, die traditionelle lateinische Messe bis zum traditionellen Fronleichnamsfest zu lernen. Ich sagte mir immer wieder: ‚Ich schaffe das!‘ Später erfuhr ich, dass, sobald ein Bischof die lateinische Messe zelebriert, diese immer eine Pontifikalmesse ist, bei welcher der Bischof immer sein Volk vertritt. Das ist heftig. Wenn Sie ‚Joe Strickland‘ kennen würden, einen Jungen aus dem Hinterland von Texas, wüssten Sie: ‚Das ist ein schlichter Typ. Er mag diese komplizierten Dinge nicht.‘“ Nichtsdestotrotz habe er es sich um Christi willen gewünscht: „Ich möchte ihn ehren.“

Strickland schilderte, wie er selbst den überlieferten Ritus noch nie erlebt hatte. Mitte der 1960er-Jahre, als der 1958 geborene spätere Bischof seine ersten bewussten Erfahrungen in der Kirche machte, hatte es bereits Änderungen gegeben. Als Priesterseminarist habe er in Dallas „eine gute Grundlage“ erhalten, doch nie die alte Messe kennengelernt. Im Rahmen seines Wirkens als Priester sei er im Umfeld der Kathedrale von Tyler gelegentlich Anhängern des überlieferten Ritus begegnet. Strickland gab zu: „Wenn sie sich der Kathedrale näherten – und das klingt jetzt so abwertend – sagte ich mir oft: ‚Oh, da kommen diese Leute.‘“ Das Erlernen der Liturgie sei mitunter schwierig gewesen, doch der Bischof sagte: „Für euch Priester und sogar Bischöfe da draußen ist es manchmal wie ein akademischer Kurs. Ihr werdet Hausaufgaben haben. Am Anfang erfordert es Konzentration und Anstrengung, aber ihr werdet feststellen, dass damit so viel Gnade verbunden ist. Das Lernen lohnt sich.“

Der Bischof von Tyler verglich die Unterschiede zwischen dem überlieferten Ritus und der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Novus Ordo veröffentlichten neuen Liturgie mit Musik: „Man kann dabei sehen, woher die ‚Melodielinie‘ des Novus Ordo stammt, aber man ist hier [in der alten Messe] von der Pracht des vollen ‚Orchesters‘ überwältigt. Da ist nichts als Ehrfurcht.“ Strickland erzählte, er sei selbst so überwältigt gewesen, dass er die Wandlungsworte kaum aussprechen konnte. „Gott sei Dank müssen wir sie in diesem Ritus nur flüstern, denn ich bin mir nicht sicher, dass ich in der Lage gewesen wäre, über dieses Flüstern hinaus zu sprechen, so sehr beeindruckte mich deren Tiefe,“ sagte er. „Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich diese Worte auf Lateinisch gesprochen habe, und ich konnte sie kaum herausbekommen. Es ist unbeschreiblich, wirklich unbeschreiblich.“

Strickland warnte Gemeinden, die der alten Messe verbunden sind, davor, in sich selbst verschlossen zu bleiben. Er forderte die Gläubigen auf, „sich darauf zu besinnen, warum sie die Liturgie lieben“ und „ein Beispiel für schlichte, freudige Ehrfurcht in der außergewöhnlichen Form zu geben. Diese Wahrnehmung der Ehrfurcht, die ich erfahren habe, sollte von allen erfahren werden.“ Der Bischof äußerte Verständnis dafür, dass einige traditionsverbundene Gläubige wegen ihrer schlechten Erlebnisse in der neuen Liturgie eine entsprechend heftige Reaktion hatten. „Aber die Früchte wie Zwietracht, Spaltung, Sektierertum, elitäres Denken und sogar geistlicher Stolz“, betonte der Bischof, „können nicht aus der Liturgie kommen – sie sind völlig menschlich […]. Ich glaube, hier dringt der Teufel ein und lenkt diese Gemeinschaft von der Ausrichtung auf Jesus ab, um sie auf den Ritus, auf Legalismus und sogar elitäres Denken zu fokussieren. Das ist eine subtile Täuschung.“


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