Vize-Chef der Deutschen Bischofskonferenz wird Vatikan-Instruktion nicht befolgen

Bischof Franz-Josef Bode
Bischof Franz-Josef Bode (Foto: Bistum Osnabrück)

Bischof Franz-Josef Bode hat in seinem Bistum fünf Laien als Gemeindeleiter eingesetzt. Auch wenn die Instruktion Nicht-Priester als Gemeindeleiter nur in Notlagen zulasse, sehe er „keinen Änderungsbedarf“, sagte der Bischof.

Osnabrück / Bonn (kathecho.de) – Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück, hat die am Montag veröffentlichte Instruktion der Kleruskongregation scharf kritisiert und angekündigt, keine entsprechenden Änderungen in seinem Bistum vorzunehmen. Das Dokument mit dem sperrigen Titel „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ hatte mit Blick auf das geltende Kirchenrecht betont, dass nur Priester eine Pfarrei leiten dürfen. Im Bistum Osnabrück, wo es bereits fünf Laien als Gemeindeleiter gibt, halte man sich an can. 517 des Kirchenrechts, wonach ein Nicht-Priester „wegen Priestermangels […] an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei“ beteiligt werden kann. „Die Instruktion lässt diesen Weg nur als vorübergehende ‚Notverordnung‘ zu“, räumte Bode ein. „Ich bin der Meinung, dass diese Not bei uns an so manchen Stellen permanent existieren wird.“

Bode verwies auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland, um Widerstand gegen die neue römische Instruktion zu leisten: „Umso notwendiger erweist sich nun unser ‚Synodaler Weg‘ in Deutschland, auf dem es ja gerade um diese ekklesiologischen Fragen geht, darum, wie eine Kirche der Beteiligung aussehen kann, wie der priesterliche Dienst heute zu verstehen und zu bestehen ist und wie Frauen und Männer gemeinsam Kirche gestalten. Nur dieser synodale Weg kann eine Antwort auf diese römische Herausforderung sein.“

Er sehe „keinen Änderungsbedarf im Bistum Osnabrück an unserem Kurs einer ‚Kirche der Beteiligung‘, weil das Miteinander der verschiedenen Dienste gut beschrieben ist.“ Bode betonte allerdings: „Leider ist diese ‚Instruktion‘ eine so starke Bremse der Motivation und Wertschätzung der Dienste von Laien, dass ich große Sorge habe, wie wir unter solchen Bedingungen neue engagierte Christen finden sollen und wie wir unsere pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin gut begleiten und fördern können. Wir sind in einer Zeit, in der es notorisch zu wenige Priester gibt, die auch unter den heutigen Bedingungen Pfarrer sein können. Wir sind auf die intensive Mitarbeit aller Getauften und Gefirmten angewiesen. Anders kann es keine Umkehr zur Evangelisierung und Mission geben.“

„Der erste Teil der Instruktion zeichnet mit den vielen Zitaten von Papst Franziskus einen Weg zu einer pastoralen Umkehr zur Evangelisierung und Mission, der im zweiten Teil durch die reine Wiederholung des gegenwärtig gültigen Kirchenrechts eher eine Umkehr zur Klerikalisierung wird“, fasste Bode das Dokument zusammen. „Ich befürchte, dass noch so verbindlich dargestellte Normen nicht greifen, wenn sie zu einem großen Teil von der Realität längst überholt sind.“ In Bezug auf das Priesterbild der Instruktion „Die Pastorale Umkehr“ sei „das Gegenüber zur Gemeinde und die Besonderheit dieses Dienstes zu stark betont angesichts des notwendigen Miteinanders aller, in dem das Weiheamt einen spezifischen Dienst an der Einheit vollzieht“, so Bode.

Wie Bode, so hatte auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, davon gesprochen, die vatikanische Instruktion verfehle „die Realität der katholischen Kirche in Deutschland“. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen sagte über die Instruktion: „Sie zeichnet etwas als Ideal, was biblisch und historisch, theologisch und praktisch weder wünschenswert noch real ist.“ Katholische Gemeinden in Deutschland seien „mit Seelsorgeteams – ein Begriff, den es nach der Instruktion nicht geben soll – und Gremien der Mitverantwortung längst viel weiter“. Zum Priesterbild sagte Sternberg: „Das Bild der Pfarrgemeinde, die sich um den Pfarrer schart, wird, abgesehen von dem schiefen Ideal, schon durch einen Priestermangel unmöglich, der längst dramatische Züge angenommen hat.“


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