Erzbischof Schick: Vatikan-Instruktion bringt „mehr Schaden als Nutzen“

Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick (© Pressestelle Erzbistum Bamberg)

Der Bamberger Erzbischof sagte, das Dokument zur Pfarreienreform sei theologisch „defizitär“, weshalb er für sich keinen Handlungsbedarf sehe.

Bamberg (kathecho.de) – Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte über das am Montag veröffentlichte vatikanische Dokument zur Pfarreienreform, welches nur Priestern die Leitung einer Pfarrei gestattet: „Theologisch ist die Instruktion defizitär.“ In seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme heißt es außerdem, es wäre insgesamt „besser gewesen, diese Instruktion so nicht zu veröffentlichen, weil sie für die Gemeinschaft der Kirche und ihrem missionarischen Auftrag mehr Schaden als Nutzen bringt“.

„Wozu die Kleruskongregation diese Instruktion herausgeben hat, wird nirgends deutlich: Weder Anlass noch Zweck werden ausdrücklich genannt“, so Schick. „Das ist ein großes Manko. Es eröffnet Raum für alle möglichen Spekulationen, die Schaden anrichten. Im Hauptteil erinnert die Instruktion vage und ungenau an Sinn und Zweck der Pfarrei sowie vor allem an den Leitungsauftrag der Priester, speziell der Pfarrer, der mit der Weihe verbunden ist.“

Laut Schick komme der „kirchliche Sinn des Dienstamtes der Priester und Pfarrer in den Pfarreien“ nicht zum Tragen. Der Erzbischof kritisierte, das Dokument wolle zu viel auf einmal erreichen, indem es „die Aufgaben der Laien, der Diakone und Ordenschristen, Pfarrgemeinde- und Kirchenverwaltungsräte bis zu den Messstipendien“ behandle. „Wer zu viel will, erreicht nichts!“, kommentierte Schick. „Die bloße Erinnerung an die Canones des Codex von 1983 ohne die Lehrentwicklung und ohne Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse vor Ort ist auch aus kanonistischer Sicht nicht annehmbar.“

Der mittlerweile seit 18 Jahren in Bamberg wirkende Erzbischof ergänzte: „Die Instruktion geht nicht auf die jeweilige partikularkirchliche Situation ein. Die Unterscheidung Weltkirche und Partikularkirchen, die das Zweite Vatikanische Konzil verdeutlicht hat, bleibt unberücksichtigt. Die Anerkennung der Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der Partikularkirchen mit ihren Bischöfen im Rahmen der katholischen Weltkirche und dem Papst als Hirte der Universalkirche ist unerlässlich.“

Mit der Bemerkung, für sein Erzbistum bestehe „kein Handlungsbedarf“, schlägt sich Schick auf die Seite des stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, der sagte, er sehe „keinen Änderungsbedarf im Bistum Osnabrück an unserem Kurs einer ‚Kirche der Beteiligung‘, weil das Miteinander der verschiedenen Dienste gut beschrieben ist“. Obwohl Laien in der Gemeindeleitung laut Vatikan nur in einer Notlage eingesetzt werden dürfen, argumentierte Bode: „Ich bin der Meinung, dass diese Not bei uns an so manchen Stellen permanent existieren wird.“


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