Kardinal Woelki lobt vatikanische Pfarreien-Instruktion als wegweisend

Kardinal Rainer Maria Woelki
Kardinal Rainer Maria Woelki (Foto: Erzbistum Köln)

Der Kölner Erzbischof stellt sich damit gegen den Konsens innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland, wonach die Instruktion problematisch und ein Rückschritt sei.

Köln (kathecho.de) – Auch wenn es einen Konsens innerhalb des organisierten Katholizismus in Deutschland zu geben scheint, wonach die am Montag veröffentlichte vatikanische Instruktion problematisch und ein Rückschritt sei, hat zumindest Kardinal Rainer Maria Woelki das Dokument ausdrücklich gelobt. „Ich bin dankbar, dass uns Papst Franziskus mit dieser Handreichung den Weg weist“, schrieb der Kölner Erzbischof in einer kurzen Stellungnahme. „Dieses Dokument enthält viele Anregungen für einen missionarischen Aufbruch der Kirche.“

Die von der Kleruskongregation veröffentlichte Instruktion mit dem sperrigen Titel „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ hatte mit Blick auf das geltende Kirchenrecht betont, dass nur Priester eine Pfarrei leiten dürfen – ein Hauptkritikpunkt der deutschen Bischöfe. Gleichzeitig rufe die Instruktion „uns Grundwahrheiten unseres Glaubens in Erinnerung, die wir gerade in Deutschland vielleicht manchmal aus dem Blick verlieren, wenn wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind“, sagte Woelki.

Der ehemalige Erzbischof von Berlin, der seit 2014 als Erzbischof von Köln wirkt, stellte außerdem fest: „Nicht wir ‚machen‘ Kirche, und es ist auch nicht ‚unsere‘ Kirche, sondern die Kirche Jesu Christi. Der Herr selbst hat sie gestiftet und mit ihr die Sakramente und das besondere Priestertum. Papst Franziskus rückt hier einiges zurecht, aber nicht als Maßregelung oder Disziplinierung, sondern als Ermutigung, ganz auf Christus zu setzen, um wieder eine missionarische Kirche zu werden.“

Bischof Bode von Osnabrück, der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hatte indes erklärt, er sehe trotz der Instruktion „keinen Änderungsbedarf“ in seinem Bistum. Bei den fünf Laien in der Gemeindeleitung im Bistum Osnabrück halte man sich an can. 517 des Kirchenrechts, wonach ein Nicht-Priester „wegen Priestermangels […] an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei“ beteiligt werden kann. „Die Instruktion lässt diesen Weg nur als vorübergehende ‚Notverordnung‘ zu“, räumte Bode ein. „Ich bin der Meinung, dass diese Not bei uns an so manchen Stellen permanent existieren wird.“


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