Europäer im UN-Sicherheitsrat fördern Abtreibung

Flagge der Vereinten Nationen
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Einige europäische Nationen versuchen, sexuelle Gewalt mit einem erleichterten Zugang zu Abtreibungen zu bekämpfen, schreibt Dr. Susan Yoshihara von C-Fam.

New York (kathecho.de / C-Fam) – In der vergangenen Woche debattierte der UN-Sicherheitsrat, wie sexuelle Gewalt in Konflikten beendet werden kann. Während sich die meisten Nationen darauf einigten, der Verhinderung von Gewalt und der Beendigung der Straflosigkeit Priorität einzuräumen, erklärten die europäischen Nationen, die Antwort der UN müsse Abtreibungen einschließen.

„Wir müssen die Angebote für Überlebende sexueller Gewalt stärken, unter anderem durch die Gewährleistung umfassender sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte, darunter Zugang zu Notfallverhütung und sicherem Schwangerschaftsabbruch“, so die nordischen Länder in einer gemeinsamen Erklärung. Fünfzehn Mitgliedsländer des UN-Sicherheitsrates trafen sich am vergangenen Freitag virtuell zu einer jährlichen offenen Debatte über konfliktbezogene sexuelle Gewalt und diskutierten einen Bericht des UN-Generalsekretärs zu diesem Thema.

Der Bericht dokumentierte fast 3.000 UN-überprüfte Fälle von konfliktbezogener sexueller Gewalt, die im Laufe eines einzigen Jahres begangen wurden. „Die überwiegende Mehrheit der Vorfälle richtete sich gegen Frauen und Mädchen (96 Prozent)“, sagte die UN-Sonderberichterstatterin für sexuelle Gewalt, Pramila Patten. Sie fügte hinzu, dass es nur „hundert Fälle [von] betroffenen Männern und Jungen und LSBTQI-Personen“ gebe. Dem Bericht zufolge handelte es sich in 848 Fällen um Angriffe auf Kinder. Die US-Schauspielerin Angelina Jolie sagte dem Rat, dass Kinder besonders anfällig für sexuelle Ausbeutung seien, gerade Kinder, die durch Vergewaltigung geboren wurden und stigmatisiert werden. Der Bericht forderte besondere Aufmerksamkeit für diese „aus dem Krieg geborenen Kinder“.

Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit stellte fest, dass sich die Debatte auf die Frage konzentrierte, wie die jüngste Ratsresolution über Frieden und Sicherheit von Frauen umgesetzt werden könne, die einen auf die Überlebenden ausgerichteten Ansatz forderte. Dabei versuchten nur „einige“ Erklärungen, dieses Ziel mit der „Notwendigkeit des Zugangs zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten“ für Überlebende zu verbinden. Neben den nordischen Ländern gehörten dazu auch die Dominikanische Republik und Südafrika.

„Prävention ist die beste Antwort“, sagte die UN-Sonderberichterstatterin für sexuelle Gewalt, Pramila Patten. Sie stellte drei Handlungsoptionen für die kommenden Jahre vor: die Unterstützung der Überlebenden, um Verletzungen sicher zu melden und Wiedergutmachung zu suchen; die Reaktion auf gemeldete Gewalt, um die Beteiligten in Übereinstimmung mit internationalen Normen zu bringen; und die Stärkung der Rechenschaftspflicht. „Sexuelle Gewalt besteht nicht deshalb fort, weil die bestehenden Rahmenbedingungen und Verpflichtungen unzulänglich sind, sondern weil sie unzulänglich angewendet werden“, sagte sie.

Der Bericht des Generalsekretärs zählte 54 bewaffnete Gruppen, staatliche Armeen und nichtstaatliche Akteure wie terroristische Gruppen, die glaubwürdig verdächtigt werden, sexuelle Gewalt zu begehen oder für Strukturen sexueller Gewalt verantwortlich zu sein. Nahezu die Hälfte davon befindet sich in der Demokratischen Republik Kongo, und über 70 Prozent sind hartnäckige Täter, die seit fünf oder mehr Jahren auf der Liste stehen.

Die Botschafterin der Vereinigten Staaten bei der UN, Kelly Craft, sagte vor dem Rat: „Wir wissen, dass wir gemeinsam die Täter sexueller Gewalt in Konflikten zur Rechenschaft ziehen und die Einhaltung der Verpflichtungen zur Beendigung sexueller Gewalt in Konflikten als Kriegstaktik sicherstellen können.“

Craft sagte, dass „Reaktion“ für die Trump-Regierung bedeute, „sicherzustellen, dass die Überlebenden Zugang zu angemessenen, erreichbaren und qualitativ hochwertigen Angeboten haben, einschließlich medizinischer Versorgung, psychologischer und sozialer Unterstützung, Sicherheit und Rechtsbeistand“. Das Global Justice Center beklagte sich darüber, dass die US-Intervention keine Abtreibungen beinhaltete, und twitterte: „Die USA verpflichten sich, Dienstleistungen für [konfliktbezogene sexuelle Gewalt] zu erbringen … aber sie lassen jede Erwähnung [sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte] aus.

„Sexuelle Gewalt in Konflikten verursacht ein Trauma, das weit über die Überlebenden hinausgeht“, so Craft, „sie erniedrigt Einzelpersonen, schürt Instabilität, zwingt Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat und zerbricht Familien und Gesellschaften. Sie ist mit anderen Formen von Gewalt und Missbrauch verbunden, darunter Kinder-, Früh- und Zwangsheirat sowie sexuelle Sklaverei.“

Dieser Beitrag, verfasst von Dr. Susan Yoshihara, erschien zuerst am 23. Juli 2020 bei C-Fam, dem Zentrum für Familie und Menschenrechte. Die deutsche Übersetzung wurde von Martin Bürger exklusiv für „Katholisches Echo“ mit freundlicher Genehmigung von C-Fam angefertigt.


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