EXKLUSIV: Bischof Schneider schließt „Leben nach Art einer Untergrundkirche“ nicht aus

Bischof Athanasius Schneider
Bischof Athanasius Schneider (Foto: Erzbistum der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana)

Der beliebte kasachische Weihbischof Athanasius Schneider spricht im folgenden Beitrag über den Zustand von Kirche und Gesellschaft nach der Corona-Krise und warnt, „ein halbgeheimes kirchliches Leben“ sei in bestimmten Region künftig zu erwarten.

Astana (kathecho.de) – Eine objektive Analyse des Ursprungs von Covid-19 wurde noch nicht durchgeführt. Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob dieses Virus hergestellt wurde oder ob es einen natürlichen Ursprung hat. Dies wird in Zukunft deutlicher sichtbar. Die objektive Situation der Einschränkung der Bewegungsfreiheit fast der gesamten Bevölkerung des Planeten ist einzigartig und in diesem Ausmass ist es in der Geschichte beispiellos. Die radikale Freiheitsbeschränkung zeigt auch im Wirtschaftssektor ernsthafte Folgen. Die Privatwirtschaft wurde spürbar beschädigt. Es scheint, dass der Staat nach der mit Covid-19 verursachten Krise mehr Einfluss auf die Richtung des Wirtschaftslebens und auch auf den Besitz von Eigentum haben wird. Es besteht die Gefahr einer Art von Staatskommunismus.

Eine weitere schlimme Folge dieser Krise und der Freiheitseinschränkung ist die offensichtliche und wachsende Kontrolle des Staates über das Privatleben der Bürger. Es gibt Hinweise auf öffentliche Erklärungen von Politikern in mehreren Ländern zur Einführung einer Zwangsimpfung für alle Bürger. Die schmerzhafteste Folge war jedoch das Verbot des öffentlichen katholischen Gottesdienstes. Drastische Gesundheitssicherheitsmaßnahmen waren und sind offensichtlich unverhältnismäßig, wenn man bedenkt, dass gemäß den offiziellen staatlichen Angaben die Sterblichkeitsrate dieses Virus nicht größer ist als die einer schweren Grippe, die in den letzten Jahren regelmäßig aufgetreten ist.

Verdächtig ist auch die Orchestrierung von Angst und öffentlicher Panik durch die Medien, die auf einzigartige Weise nach dem Muster des Einheitsdenkens durchgeführt wird und die Stimmen Andersdenkender wie in einer Diktatur eliminiert werden. Die Sprache der Nachrichten ist eindeutig alarmierend und zeigt einen Propagandacharakter, die mich stark an die Sowjetdiktatur erinnert, die ich erlebt habe. Die Methoden, der Inhalt der Covid-19-Nachrichtenberichte und die Freiheitseinschränkungen waren in den allermeisten Ländern bis in die Einzelheiten dieselben, als ob sie von einer zentralen Stelle geplant worden wären. Alle diese offensichtlichen Tatsachen zeigen mehr als genug, dass diese Situation als Werkzeug für globalere Zwecke verwendet wird, näherhin für die schrittweise Errichtung einer neuen Weltordnung unter der Lenkung zentraler ideologischer Machtstrukturen.

Beeindruckend ist auch die Tatsache, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Beginn einer totalen Kontrolle der Bürger widerstandslos akzeptiert. Man muss zumindest eine ruhige und sachliche wissenschaftliche und politische Debatte über die Ursachen, die Ansteckungsgefahr und die Sterblichkeitsrate von Covid-19 eröffnen. Es scheint, dass eine solche Debatte bisher von der politischen und medialen Nomenklatura ausgeschlossen wurde. Die Stimmen von Dissidenten dürfen ja in Zeiten des Totalitarismus nicht gehört werden.

Die Reaktion und der Umgang der Mehrheit der Bischöfe mit der Situation der Coronavirus-Epidemie zeigte, dass sie dem sterblichen Körper mehr Bedeutung beimessen als der unsterblichen Seele der Menschen, wobei sie die Worte unseres Herrn vergaßen: „Was nützt der Mensch, um die ganze Welt zu gewinnen und seine Seele zu verlieren?“ (Mk 8,36). Viele dieser Bischöfe, die jetzt versuchen (manchmal mit unverhältnismäßigen Maßnahmen), die Körper ihrer Gläubigen vor einer Ansteckung ein materielles Virus zu schützen, haben zugelassen, dass sich das giftige Virus der häretischen Lehren und Praktiken in ihrer Herde ausbreitet.

Ich glaube, dass die Kirche in Zukunft was die Anzahl ihrer Mitglieder und den direkten sozialen Einfluss betrifft, abnehmen wird. Sie wird von der Welt noch mehr verachtet und diskriminiert. Ich schließe nicht aus, dass die Kirche in Zukunft teilweise oder in bestimmten Regionen ein halbgeheimes kirchliches Leben nach Art einer Untergrundkirche führen wird. In einer solchen Situation wird Gott besondere Gnaden der Glaubensstärke, der Reinheit des Lebens und der Schönheit der Liturgie ausgießen. Vor allem glaube ich, dass Gott in einer solchen Situation seiner Kirche wieder mutige Päpste, Bekenner des Glaubens und vielleicht sogar Märtyrer geben wird.

Das kürzlich veröffentlichte Interview-Buch mit Bischof Schneider, „Christus Vincit“, wurde von Katholisches Echo besprochen und kann über die örtliche Buchhandlung bezogen werden – auch wenn es (noch) nicht bei Amazon verfügbar ist.

7 Kommentare zu "EXKLUSIV: Bischof Schneider schließt „Leben nach Art einer Untergrundkirche“ nicht aus"

  1. Clemens V. Oldendorf | 28. Juli 2020 um 18:12 | Antworten

    Wo befindet sich das Impressum von Katholisches Echo? Ich möchte gern mit der Redaktion in Verbindung treten und finde keine Kontaktmöglichkeit angegeben.

    • Martin Bürger | 28. Juli 2020 um 19:56 | Antworten

      „Katholisches Echo“ ist noch im Aufbau, daher gibt es noch kein Kontaktformular. Wir haben soeben direkt mit Ihnen Kontakt aufgenommen.

  2. Diakon Thomas Zmijs | 28. Juli 2020 um 18:38 | Antworten

    Sehr klar gesehen und sehr klug kommentiert

  3. Helena Bohlen | 28. Juli 2020 um 21:05 | Antworten

    Danke für diesen lesenswerten Kommentar

  4. Walter Katzinger | 29. Juli 2020 um 14:43 | Antworten

    Die Schilderung ist sehr interessant

  5. Alfons Posanski | 29. Juli 2020 um 17:15 | Antworten

    Die Zeichen der Zeit zu verstehen ist notwendig. Natürlich gibt es Personen, die mit Informationen Unfug treiben. Ich schätze Herrn Bischof Athanasius Schneider wegen seiner Sachlichkeit und enorm hohe Kompetenz und glaube seinen Aussagen. Ich, wir können nur beten und auf Gott vertrauen. Ich wünsche Hern Bischof Athanasius Schneider Gottes Segen.

  6. Waltraut Dorothea Sennewald | 30. Juli 2020 um 08:04 | Antworten

    Ich danke dem mutigen WB A. Schneider und kann nur beten und bitten: Heilige Corona bitte für uns um Mut und Glaubensstärke und um Kraft, Gott mehr zu gehorchen, als den Menschen.

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